Antworten auf Fragen, die mir Kundinnen und Kunden immer wieder stellen. Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie mir oder rufen Sie an: 0173 484 6606.
Speicher & Technik
Was ist der Unterschied zwischen HV- und LV-Speichern?
LV steht für Niedervolt („Low Voltage“): Diese Speicher arbeiten mit berührungssicheren 51,2 Volt. Weil die Spannung niedrig ist, fließen hohe Ströme – dafür braucht es kurze, dicke Kabel. LV-Speicher sind meist etwas günstiger, einfacher und jederzeit erweiterbar und für viele Einfamilienhäuser ideal.
HV steht für Hochvolt („High Voltage“): Hier werden die Batteriemodule in Reihe geschaltet und erreichen mehrere hundert Volt. Die Ströme sind deutlich kleiner, was etwas höhere Wirkungsgrade und größere Leistungen ermöglicht – typisch für größere Anlagen, Gewerbe oder Mehrfamilienhäuser.
Wichtig: Wechselrichter und Speicher müssen zusammenpassen. Ein LV-Wechselrichter funktioniert nur mit LV-Speichern, ein HV-Wechselrichter nur mit HV-Speichern. Welches System bei Ihnen verwendet wird, wird individuell entschieden.
Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?
Die Begriffe werden leider nicht einheitlich verwendet. Ich unterscheide so:
- Notstrom: Bei einem Stromausfall wird nur ein bestimmter Stromkreis oder eine separate Notstromsteckdose versorgt – z. B. für Kühlschrank, Heizungssteuerung oder Router. Oft muss man dafür manuell umschalten.
- Ersatzstrom: Das ganze Haus (bzw. alle angeschlossenen Verbraucher) wird automatisch vom Netz getrennt und über Wechselrichter und Speicher weiterversorgt – meist dreiphasig. Bei unterbrechungsfreiem Ersatzstrom erfolgt die Umschaltung so schnell, dass die meisten Geräte und Sie nichts davon merken, das prüfe ich auch immer beim Anschluss und führe es auch gerne vor.
Entscheidend ist außerdem, ob die PV-Anlage während des Stromausfalls weiter Strom erzeugt und den Speicher nachlädt. Das ist bei den von mir eingesetzten Hybrid-Systemen immer der Fall, erfordert allerdings eine spezielle Art des Anschlusses.
Warum wird mein Akku nicht auf 0 % entladen?
Das ist Absicht und schützt Ihren Speicher. Eine Tiefentladung schadet den Batteriezellen und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich der Speicher nicht mehr selbst einschaltet.
Außerdem verliert jeder Akku durch Eigenverbrauch und Selbstentladung langsam Energie – auch wenn kein Strom entnommen wird. Die Reserve sorgt dafür, dass er auch nach mehreren trüben Tagen nicht leerläuft. Bei Anlagen mit Ersatzstrom bleibt zusätzlich eine Reserve für den Fall eines Stromausfalls erhalten.
Bei LV/HV gibt es hier meist einen Unterschied: Bei LV ist die Angabe immer Brutto, sprich die Reserve ist sichtbar, meist 10–15 %. Bei HV ist die Angabe meist Netto, wenn der Akku 0 % anzeigt ist im Hintergrund noch ca. 15 % Reserve vorhanden.
Die nutzbare Kapazität ist in der Wirtschaftlichkeitsberechnung bereits berücksichtigt.
Warum steigt im Herbst und Winter das untere Limit des Akkus?
In der dunklen Jahreszeit liefert die PV-Anlage oft tagelang zu wenig Strom, um den Speicher wieder zu füllen. Ohne höhere Reserve würde der Akku dann lange im fast leeren Zustand stehen oder sogar tiefentladen – beides verkürzt die Lebensdauer.
Deshalb wird die Mindestladung im Winter angehoben – je nach System automatisch oder über die Einstellungen. Bei Bedarf wird der Speicher dafür auch kurz aus dem Netz nachgeladen. Im Frühjahr, wenn wieder genug Sonne da ist, sinkt das Limit wieder.
Dafür habe ich eine eigene Automatik entwickelt, die automatisch jeden Abend um ca. 18 Uhr läuft, jede meiner Anlagen prüft und das untere Limit anpasst. Weiterhin wird auch der Gesundheitszustand der Anlage auf Auffälligkeiten überprüft, und ich werde bei Bedarf benachrichtigt.
Dazu kommt: Bei niedrigen Temperaturen kann ein Akku weniger Leistung abgeben und darf unter 0 °C gar nicht geladen werden, das wird bei der Planung berücksichtigt.
Warum piept der Wechselrichter manchmal ohne erkennbaren Grund?
Der Wechselrichter meldet mit einem Piepton oft Ereignisse und Warnungen. Häufige Ursachen sind:
- eine Notladung des Akkus. Wenn das Management System (BMS) des Akkus merkt, dass eine oder mehrere Zellen unter eine bestimmte Spannung fallen, dann signalisiert das das BMS dem Wechselrichter dadurch, dass es den Ladezustand schlagartig auf 0 % verringert und dadurch eine Ladung aus dem Netz auslöst. Auf dem Display wird dabei keine Warnung angezeigt. Sobald der Akku einen bestimmten Ladezustand erreicht, hört das Signal auf.
- kurzer Stromausfall oder Netzschwankungen – der Wechselrichter schaltet um oder trennt sich kurz vom Netz, dabei erfolgt keinerlei Warnung, da das ein absolut normaler Zustand ist.
- zu hohe Netzspannung, vor allem an sonnigen Mittagen, wenn viele Anlagen gleichzeitig einspeisen, oft fährt der Wechselrichter dabei die Leistung herunter und zeigt eine Warnung an.
- Überlast, z. B. wenn im Ersatzstrombetrieb zu viel Leistung abgerufen wird, dies wird auch auf dem Display signalisiert.
- eine Kommunikationsstörung zwischen Wechselrichter und Speicher, dabei sollte geprüft werden ob das Kabel noch korrekt eingesteckt ist.
Meist ist das harmlos. Welche Meldung genau vorliegt, sehen Sie im Display oder in der App. Auch bekomme ich in meiner App eine Benachrichtigung. Bei wiederholten Warnungen melden Sie sich gerne bei mir – ich schaue mir das an. Der Signalton lässt sich auch abschalten, das ist aber nicht zu empfehlen.
Ist es nicht schädlich für den Akku, wenn er auf 100 % geladen wird?
Bei modernen Heimspeichern mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), wie ich sie einsetze, nicht. Diese Zellen vertragen volle Ladungen sehr gut. Das ist ein großer Unterschied zu Handy- oder E-Auto-Akkus, die häufig eine andere Zellchemie haben, bei denen häufiges Laden auf 100 % eher schädlich ist.
Regelmäßige Vollladungen sind sogar wichtig: Dabei gleicht das Batteriemanagement die einzelnen Zellen aus und kalibriert die Ladestandsanzeige. Ungünstig wäre nur, den Akku dauerhaft bei hohen Temperaturen voll geladen stehen zu lassen.
Aufstellung & Sicherheit
Kann ich meinen Akku auch in die Garage oder den Dachstuhl stellen?
Garage: Oft ja, wenn sie trocken und frostfrei ist. Lithium-Speicher dürfen unter 0 °C nicht geladen werden und arbeiten am liebsten bei etwa 10 bis 25 °C. In einer ungedämmten Garage, in der es im Winter friert, ist der Speicher deshalb nicht gut aufgehoben. Es ist zwar möglich ein Heizsystem einzubauen, das verbraucht aber natürlich Energie, welche im Winter sowieso eher Mangelware ist.
Dachstuhl: Davon rate ich in der Regel ab. Unter dem Dach wird es im Sommer schnell über 40 °C – das lässt den Akku deutlich schneller altern. Dazu kommen Gewicht, Zugänglichkeit für Wartung und Brandschutz.
Entscheidend sind immer die Herstellerangaben zu Temperatur und Schutzart. Das prüfe ich beim Vor-Ort-Termin mit Ihnen.
Was ist der beste Ort für Wechselrichter und Speicher?
Ideal ist ein Raum, der:
- kühl, trocken und frostfrei ist (z. B. Keller oder Hauswirtschaftsraum)
- gut belüftet ist und an einer freien Wand Platz bietet
- möglichst nah am Zählerschrank liegt – kurze Kabelwege sparen Kosten und Verluste
- für Wartung gut zugänglich ist
- nicht direkt neben Schlaf- oder Wohnräumen liegt, da Lüfter und Signaltöne hörbar sein können
Ein Rauchmelder im Aufstellraum ist sinnvoll. Für die Überwachung per App sollte außerdem WLAN oder ein Netzwerkkabel vorhanden sein.
Ich höre immer wieder von Akku-Bränden – muss ich mir Sorgen machen?
Brände von Heimspeichern sind sehr selten. Viele Meldungen betreffen E-Bikes, E-Scooter, ältere Speicher mit anderer Zellchemie oder unsachgemäße Eigenbauten.
Ich setze Speicher mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) ein. Diese Chemie gilt als besonders sicher, weil sie thermisch deutlich stabiler ist als andere Lithium-Ionen-Zellen. Zusätzlich überwacht ein Batteriemanagement-System ständig Spannung, Strom und Temperatur jeder Zelle und schaltet bei Problemen ab.
Die wichtigsten Punkte für Ihre Sicherheit: zertifizierte Markenprodukte, fachgerechte Installation, ein geeigneter Aufstellort und ein Rauchmelder in der Nähe. Informieren Sie außerdem Ihre Gebäudeversicherung über die PV-Anlage und den Speicher.
Die Antworten sind allgemeine Hinweise. Im Einzelfall gelten die Angaben des jeweiligen Herstellers – sprechen Sie mich gerne an.
